Schüleraustausch mit Gatschina

Auf „Gegenbesuch” waren in der vergangenen Woche elf Schülerinnen und Schüler des Uschinkskij-Gymnasiums; im September waren die deutschen Schülerinnen und Schüler in Russland gewesen.

Seit über 20 Jahren gibt es die Austauschprogramme an den beiden Partnerschulen Gymnasium Karlsbad und Wilhelm-RöpkeSchule, alle zwei Jahre machen sich junge Leute auf die Reise, um sich über die Kultur und die Gesellschaft des jeweils anderen Landes, vor allem aber über den sozialen und schulischen Alltag der Gleichaltrigen zu informieren, Kontakte zu knüpfen, Sprachkenntnisse auszuprobieren und zu vertiefen. Unterstützung erfahren dieOrganisatoren von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Ettlingen in Person von Gerhard Laier, für die Zusammenstellung des Programms und die Begleitung der Schüler zeichnen von russischer Seite die Deutschlehrerin Irina Elagina und von deutscher Seite Inessa Harsch (Wilhelm-Röpke-Schule) und Katrin Evert(Gymnasium Karlsbad) verantwortlich. Die Woche in Ettlingen und Umgebung warvollgepackt mit Ausflügen und Besichtigungen, Unterrichtsbesuch und Zerstreuung. Auch ein Empfang durch Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker in Ettlingen war eingeplant, da er krankheitshalber verhindert war, übernahm KarinHerder-Gysser den Part, die Volkshochschuldirektorin ist bei der StadtEttlingen zugleich für die Städtepartnerschaften zuständig. ImTrausaalvorzimmer des Schlosses begrüßte sie im Namen von BürgermeisterHeidecker und Oberbürgermeister Johannes Arnold die kleine Gruppe, die inBegleitung der beiden Schulleiter Claudia Märkt von der Wilhelm-Röpke-Schuleund Christian Wehrle vom Gymnasium Karlsbad gekommen war.

Ettlingen befindet sich in einem ganzen Geflecht von Städtepartnerschaften, wie Karin Herder-Gysser auf einer Karte zeigte. Dievielfältigen Beziehungen nach Epernay, Clevedon, Middelkerke, Löbau, Menfi und Gatschina sowie die Partnerschaften der Stadtteile seien nur möglich, „weil Menschen dahinter stehen”. Ob in Vereinen, aus persönlichen Gründen, in Schulen: Menschen aller Generationen und aller sozialen Schichten treffen sich auf städtepartnerschaftlicher Ebene, und dies sei nicht zuletzt im Kontext zum 100. Jahrestag des Endes des 1. Weltkrieges gut so. Denn wer sich kenne, bekriege sich nicht. Daher sei es auch so wichtig, wenn sich die junge Generationbegegne, dies sei für sie ganz persönlich Grund zur Freude, betonte KarinHerder-Gysser. Sie ging kurz auf die Geschichte der Städtepartnerschaft mit Gatschina ein, die 1992 offiziell besiegelt wurde. Sie dankte auch im Namen der Rathausspitze allen, die an den Vorbereitungen und der Durchführung des Austauschs beteiligt waren und sind, vor allem aber den Gastfamilien, die ihre Wohnungen und Häuser öffnen für die jungen Leute. Und was fiel den jungen Russinnen und Russen als erstes auf, als sie aus dem Bus stiegen? „Die Häuser sehen anders aus, sympathisch!” meinte eine der Schülerinnen. Ein guter erster Eindruck! Auf dem Programm der Besuchswoche standen Unterrichtsbesuch, Stadtführungen in Ettlingen, Durlach und Karlsruhe, Baden-Baden und Heidelberg, dort auch ein Gang über den Philosophenweg. Ein Ausflug in die Pfalz war geplant sowie sportlich-freizeitmäßige Aktionen wie Minigolf, Bowling oder Ähnliches sowie ein gemeinsames Abschlussessen. Familientag war traditionell der Sonntag.

Förderprojekt der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft

minderjährige Gefangene aus dem Rayon Gatschina zum Gespräch in Ettlingen


Vom Besuch in Deutschland angetan

Zeitzeugen aus Ettlingens Partnerstadt Gatschina erzählen von ihrer Kindheit im Krieg

Erinnerungen an eine schlimme Zeit

Ettlingen und Gatschina – diese Ver­bindung ist nicht nur durch die seit 1992 bestehende Städtepartnerschaft eine besondere. Regelmäßig bemüht sich die Deutsch-Russische Gesellschaft (DRG) in Ettlingen um einen Austausch sowie dauerhafte Verbindungen zwischen Deutschen und Russen. Im Rahmen ei­nes von der Stiftung Erinnerung, Ver­antwortung und Zukunft geförderten Begegnungsprojekts waren dieser Tage drei Zeitzeugen und zwei Betreuerinnen aus Gatschina in der Stadt zu Gast. Auch die Ettlinger BNN-Redaktion ha­ben sie wenige Tage vor dem Volkstrau­ertag, der an die Kriegstoten und die Opfer von Gewaltherrschaft erinnert, gemeinsam mit dem DRG-Vorsitzenden Gerhard Laier besucht und von ihren 
Erinnerungen an die deutsche Besat­zung im Zweiten Weltkrieg berichtet.

„Wir saßen gerade mit unserem Groß­vater im Keller, als wir hörten, wie die Faschisten auf Motorrädern kamen“, erzählt Kliment Levartovich (80) von derAnkunft der Wehrmachtsoldaten 1941. Wie die anderen Zeitzeugen war er damals noch ein Kleinkind und doch sind diese Erinnerungen an diese schlimme Zeit präsent.

Immer wieder hat er Tränen in den Augen. Auch zu Galina Sergeeva (80) kamen Soldaten in ihr Dorf Luga in der Oblast Leningrad. „Mein Vater war sowjeti­scher Offizier und als die Deutschen davon erfuhren, haben sie meine Mutter und uns Kinder zu einer Untersuchung abgeholt“, sagt sie. „Sie hat das vehement abgestritten und wir haben alle furchtbar geweint.“ Zunächst hatten sie Glück: Ein deut­scher Soldat hatte Mitleid mit den Kin­dern und ließ die Familie frei.Doch spä­ter wurden sie wieder von Soldaten auf­gegriffen – ein Schicksal, das alle drei Zeitzeugen aus Gatschina ereilte. In Güterzügen sollten sie zurZwangsarbeit nach Deutschland gebracht werden, doch die mehrmals von Partisanenangegriffenen Transporte kamen jeweils nur bis nach Litauen. Eine Zeit voller Hunger und ständiger Angst, ehe sie die Rote im Jahr 1944 befreite. „Wir waren so dankbar, dass wir überlebt ha­ben“, sagt Sergeeva. Und doch war es nach Kriegsen­de schwierig für die Überlebenden. „Die Häuser waren ja zerstört, man musste ganz von vorne anfangen“, erzählt Viktor Zozulia (81).

Nach dem Krieg habe man natürlich ein schlechtes Gefühl gegenüber Deut­schen gehabt. „Ich kann aber nicht sa­gen, dass wir alle Deutschen gehasst ha­ben. Esgab auf beiden Seiten Menschen, die den Krieg nicht wollten“, so Sergeeva. Überdie Jahre habe sich ihre Ein­stellung den Deutschen gegenüber geändert. Das wird auch im Gespräch mit den Zeitzeugen deutlich, die bei ihren Erzählungen nie pauschal von „den Deutschen“ sprechen, sondern stark dif­ferenzieren. Von Groll ist nichts zu spü­ren. Von ihrem ersten Besuch in Deutschland sind sie angetan.„Es ist hochentwickelt hier und total sauber“, findet Zozulia. „Auch die Natur ist sehr schön, die gilt es zu bewahren“, ergänzt Levartovich. Bei der Begegnung mit Menschen möchten die russischen Gäste an die tragische Zeit erinnern. Freundschaft, Respekt und Frieden sind Werte, die sie vor allem jungen Leuten vermit­teln wollen. „Die Menschen müssen ler­nen, auch andere Kulturen und Religio­nen wie den Islam zu respektieren“, appeliert Zozulia.

Aktuell werde der Frieden durch Leute wie Trump gefährdet. „Wir alle müssen dafür sorgen, dass sich so ein schreckli­cher Krieg nie mehr wiederholt”, sind sich die Russen einig.

BNN vom 15. 11.2018, Philipp Kungl

Vortrag Dr. Krieger, Uni Heidelberg

Zwei Millionen Russlanddeutsche danken für Wiedergutmachung

Viktor Krieger: „Kriegsfolgenschicksale bis heute vorhanden!“

In der Scheune der Ettlinger Diakonie ging es mit Begriffen hoch her. Die Zuhören vernahmen Worte wie „Kriegsfolgeschicksale, Erinnerungskultur und Erinnerungskämpfe sowie Schicksalsgemeinschaften“ Eingeladen hatte Gerhard Laier, Vorsitzender, der Deutsch-Russischen Gesellschaft Ettlingen, zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. In den Abend führt gekonnt Andreas Schulz, Historiker und Fachreferent für Jugend- und Vermittlungsarbeit an Gedenkstätten der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, ein mit der zentralen Frage des Abends: „Doch was heißt es konkret, wenn wir heute über Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung als wichtige Bestandteile unserer kulturellen Identität sprechen?“ Zuvor hatte er die Ziele der Bundesregierung zitiert: „Wir wollen die dezentrale Erinnerungskultur mit ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement stärken und zukünftig auch kleinere Initiativen und Gedenkstätten im In- und Ausland besser unterstützen“. Damit war enorm vorgelegt für den Heidelberger Historiker und Lehrbeauftragten der Universität Heidelberg, Dr. Viktor Krieger, der über 250 Jahre Geschichte der Russlanddeutschen bis in die Gegenwart referierte. Allein seit 1994 seien mehr als 150.000 Zuwanderer mit deutschen Wurzeln aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion nach Baden-Württemberg gekommen, die  ihre eigene Erfahrung und Kultur mitgebracht hätten. Er schätzte die Zahl dieses Personenkreises in Baden-Württemberg auf eine halbe Million und deutschlandweit auf rund zwei Millionen.

Katharina II.: Deutsche wurden nach Russland eingeladen und dann verfolgt

Durch den „Kolonistenbrief“ Katharinas II. aus dem Jahr 1763 zog es viele deutsche Siedler nach Russland. „Mit ihrer Sprache, ihrer Kultur und Tradition stellten sie im Zarenreich eine besondere Bevölkerungsgruppe dar und prägten in der Folgezeit die russländische Geschichte maßgeblich mit“, so Krieger und dann weiter: „keine 200 Jahre später wurden aus Siedlern Verfolgte“. Der bekannte Publizist der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erinnert daran, dass in den Jahren des Großen Terrors 1937-38 in Russland und vor allem seit 1941 die Nachfahren der ersten Siedler eine der exponiertesten Zielscheiben der staatlichen Repressalien waren, denn sie seien zu Zehntausenden ermordet, verhaftet und deportiert worden.

Da die Sowjetführung sich weigerte, ihre deutschen Bürger zu rehabilitieren und gleichberechtigt zu akzeptieren, reisten bereits seit Mitte der 1950er bis Ende der 80er Jahre über zwei Millionen Russlanddeutsche als (Spät-)Aussiedler in die Bundesrepublik, um hier als Gleiche unter Gleichen leben zu können. Viktor Krieger beleuchtete dabei in seinem Vortrag die Besonderheiten ihrer historischen Erfahrungen und ihrer Erinnerungskultur. Krieger sieht die Mehrzahl der Russen heute in „Deutschland angekommen“ an. Manche seien dies nicht, was aber sich mit den Jahren noch geben werde, wenn man ihnen die politische Teilhabe besser zugänglich mache. Tendenzen zu rechtsradikalen Kräften sieht der Historiker mit Sorge und die Gesellschaft müsse hier den Russen die Chance zur Integration unter Wahrung einer eigenen Identifikation belassen. Krieger sieht es als entscheidend an, dass mehr politische Entscheidungsträger russische Wurzeln und Verständnis für deren Situation haben sollten. Er vergleicht dieses mit Verantwortlichen anderer Nationen, die heute selbstverständlich in unseren Parlamenten vertreten seien.

Kriegsfolgeschicksale vor Sprache als Kriterium für die Aufnahme

ViktorKrieger verwies in seinem Vortrag auf die Rechtslage zur Aufnahme vonRusslanddeutschen in der Bundesrepublik. Krieger: „Entscheidend ist dasUnrecht, was diesen Deutschstämmigen in Russland durch die aggressive PolitikHitlerdeutschlands zuteilwurde!“ Er meinte damit, dass nur Russlanddeutschen,die selbst in der Zarenarmee dienten, auf einmal Verfolgte im eigenen Land war,weil sie nur von Deutschen abstammten und oft kein Wort Deutsch mehr sprachen.

Stuhl für Forschung der Russlanddeutschen gefordert

Krieger forderte auch verständlicherweise bessere Arbeitsbedingungen für Forschungsarbeiten, da er eine ungewöhnliche Situation in Heidelberg habe. Seine Situation sei die „einer budgetlosen Einrichtung des Landes Baden-Württemberg“. Ihm und anderen Akteuren werde stets Unterstützung von Politikern  zugesichert, aber die notwendige Finanzausstattung käme nicht.

Der Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft sah in diesem Abend zwei Dinge: „Zum einen verstehen wir die Situation der Russen in Deutschland besser und zum anderen muss die Finanzlage der Forschungsarbeit besser werden!“

Und was sagt doch das Regierungsprogramm der Großen Koalition dazu, fragte Schulz abschließend: „Das kulturelle Erbe der Deutschen in Mittel- und Osteuropa und das Kulturgut der Vertriebenen,Aussiedler und Spätaussiedler sind wichtige Bestandteile der kulturellen Identität Deutschlands.“ Dem hatten die Referenten und die Besucher des Abend nichts hinzuzufügen.


Gerhard Laier (Vorsitzender der Deutsch-Russischen Gesellschaft Ettlingen) mit Andreas Schulz (Fachreferent der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg) in der Mitte und Dr.Viktor Krieger (Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, rechts)

Freundschaftsfahrt 2017 nach Russland, Vortrag und Diskussion

Bericht über eine Freundschaftsfahrt
Vier Teilnehmer aus NRW und Bayern berichteten am Freitag 29.6. in der „Scheune“ von ihrer 3-wöchigen Reise der Begegnungen im Sommer 2017 über tausende von Kilometern auf 7 Routen durch 45 russische Städte von Berlin nach Moskau. Initiiert von Dr. Rainer Rothfuß, einem Geograph aus Süddeutschland, der an der Universität Tübingen mehrere Jahre als Juniorprofessor gelehrt hat, fanden sich über das Internet ca. 350 Teilnehmer aus mehreren Ländern vom Studenten bis zum 80-jährigen Senior und auch ganze Familien verschiedener Herkunft und politischer Ausrichtung zusammen, die das Interesse an der Begegnung mit Land und Leuten in Russland einte. Empfänge bei Bürgermeistern und verschiedenen Organisationen wurden vorher angebahnt. Täglich gab ein Organisationskomitee jeweils Zielort und Treffpunkt bekannt. Mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln (PKW, Motorrad, Bahn und Bussen) bewegten sich die Teilnehmer unter zu Hilfenahme von Landkarten und Navigationssystem durch 6 Länder und fanden sich am nächsten Zielort ein. Durch die Innenstädte mit Ampeln wurde der große Konvoi teilweise durch die Polizei oder auch von russischen Motorradclubs eskortiert. Überall wurden sie herzlich und mit großem Interesse aufgenommen. Fototermin und Presseberichte waren den russischen Gastgebern sehr wichtig. Eine große Hilfe waren Teilnehmer, die des Kyrillischen und der russischen Sprache etwas mächtig waren, ansonsten musste auch eine Menge improvisiert werden. Die Kosten für Fahrt, Unterkünfte und Eintritte wurden selbst getragen. Die Teilnehmer berichteten, dass sie mit einer Fülle von Eindrücken über Land und Leute zurückgekehrt seien. Durch die Informationen vor Ort hätten sie teilweise ihr Geschichtswissen korrigieren müssen. Die herzliche Gastfreundschaft hinterließ tiefe Eindrücke. Die Bedeutung solcher Freundschafts- oder Friedensfahrtenfahrten liegt insbesondere im Abbau von Vorbehalten, die leider immer noch durch unsere Politik und Presse aufrechterhalten werden. Die nächste Fahrt hat bereits stattgefunden vom 5.-11. Juni 2018 – diesmal mit dem Zug durch 25 Städte. Mehr über Facebook und YouTube unter „Druschba-Freundschaftsfahrt“. „Druschba Global“ ist ein eingetragener Verein und dient der Völkerfreundschaft.

Freitag, 29. Juni 2018, 20 Uhr
Scheune, Pforzheimer Str. 31b, 76275 Ettlingen
mit Helen Belmore, Ulrich Burger-Engwald, Monika
Engwald, Nils Opel zum Thema Druschba 2017
Bericht über die Freundschaftsfahrt nach Russland

Konflikt um die Ukraine, Wirtschaftssanktionen, Nato-Manöver an der russischen Grenze: Seit Jahren beobachten wir in der westlichen Welt, wie systematisch und
medial gesteuert ein Feindbild aufgebaut wird: Russland! Die massive militärische Aufrüstung der Nato direkt an der russischen Grenze erreicht immer neue Eskalationsstufen.
Was können wir tun?
Kriegspropaganda verliert dann ihre Wirkung, wenn wir uns selber einen Eindruck vom Land und den Menschen verschaffen. Wer sind „die Russen”? Wie leben sie? Wie denken sie über ihr Land, wie denken sie über uns in Deutschland? Gegenseitiges Kennenlernen und Freundschaft bilden die Grundlage für Frieden.
Diesem Ziel diente die Druschba-Freundschaftsfahrt 2017, die 350 Menschen in sieben Routen durch 45 russische Städte und Regionen führte. Die Teilnehmer konnten sich ein eigenes Bild fernab der medialen Berichterstattung machen.
Wir möchten Ihnen einen Einblick in diese Erfahrungen geben. Vier Teilnehmer werden aus unterschiedlichen Regionen Russlands berichten und ihre eindrucksvollen Erlebnisse mit Ihnen teilen.
In der anschließenden Diskussion möchten wir gemeinsam weitere Möglichkeiten eines friedenserhaltenden Engagements erörtern.

„Freundschaftsfahrt 2017“

Bürgerreise nach Gatschina mit Moskau und St. Petesburg vom 5. bis 13. Mai

Eine tolle Russland-Woche!

Unter der erfahrenen Leitung von Gerhard Laier, seit 2002 Vorsitzender der Deutsch-Russischen-Gesellschaft Ettlingen, fand vom 5. bis 13. Mai mal wieder ein Besuch in Ettlingens Partnerstadt Gatschina statt.

Die 17 Personen umfassende Gruppe erwartete zunächst ein reichhaltiges Kulturprogramm in Moskau und St. Petersburg. Schon der Landeanflug auf das nächtliche Moskau bot einen traumhaften Überblick über die 13-Millionen-Metropole. Dort führte uns eine sehr gut Deutsch sprechende Reiseführerin zu den vielfältigen Sehenswürdigkeiten und gab uns Einblick in das grandiose handwerkliche, kunsthistorische und architektonische Schaffen des zaristischen Russlands.

Nach einer Stadtrundfahrt standen das Neujungfrauenkloster, die Tretjakow-Galerie, der Rote Platz mit dem historischen Kaufhaus GUM und der Kreml mit Rüstkammer auf dem Programm. Auch Metro-Fahrten mit Besichtigungen prachtvoller Stationen, die mit Mosaiken, Marmor und Kronleuchtern ausgestaltet sind, durfte nicht fehlen. Moskau ist übrigens eine äußerst saubere Stadt.

Am Mittwoch ging es mit dem komfortablen Schnellzug „Sapsan“ absolut pünktlich nach St. Petersburg. Dort blieb allerdings nur ein Tag Zeit für die an Pracht nicht zu überbietende Ermitage sowie eine Bootsfahrt durch die Stadt mit ihren unzähligen hochherrschaftlichen Palastbauten. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Balletts „Romeo und Julia“ im barocken Michailowski-Theater. Da an diesem 9. Mai in Russland der „Tag des Sieges“ begangen wird, erwartete die Gruppe neben den Feierlichkeiten noch ein abendliches Feuerwerk.

Donnerstag Abend erreichte die Gruppe das 45 km südlich von St. Petersburg gelegene Gatschina. Neben dem Besuch von Peterhof und des Parks in Oranienbaum stand als letztes kulturelles Highlight das Ekatarinenschloss mit dem legendären Bernsteinzimmer in Puschkin auf dem Programm. Das eigentliche Ziel der Reise bildete aber die Begegnung mit guten „alten“ Bekannten in Gatschina. Bei einem gemeinsamen Abendessen wurden Erinnerungen und Neuerungen ausgetauscht. Die Konversation war möglich, weil einige Personen in unserer Partnerstadt sehr gut deutsch sprechen und einige Ettlinger etwas Russisch. Drei Teilnehmer hatten sogar extra für diese Reise einen Russischkurs bei der VHS belegt.
Als lokales Besuchsziel hatte Herr Laier diesmal die „Schule des dritten Alters“ ausgewählt, eine Senioreneinrichtung, welche nach dem Vorbild des Ettlinger Begegnungszentrums entstand. Empfangen wurde die Gruppe dort von zwei hochdekorierten Kriegsveteranen. Im Gebäude bildeten Seniorinnen in farbenprächtiger Tracht ein Spalier und hießen die Gäste mit Brot, Salz und schmetterndem Gesang herzlich willkommen. Sie präsentierten eine Auswahl ihrer mit viel Liebe hergestellten Handarbeiten. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich gemeinsames Singen und Tanzen, für deren Darbietungen die Seniorinnen und Senioren aus Gatschina bereits Preise erhalten haben. Es fördere die Gesundheit und die Freude im Leben. Von ihren Gesangs- und tänzerischen Qualitäten bei Akkordeonmusik gaben sie noch einige Kostproben und forderten die Gäste zu gemeinsamem Tanz auf. Eine liebevoll und reichhaltig gedeckte Kaffeetafel rundete die Gastfreundschaft ab. In einer kurzen Ansprache gaben die Veteranen ihrem Wunsch Ausdruck, dass die Völker nie mehr gegeneinander Krieg führen, stattdessen Freundschaft („Druschba“) entstehen möge. Mit kleinen selbst hergestellten Gastgeschenken verließ die Ettlinger Gruppe tief beeindruckt die „Schule des dritten Alters“.
An einem gemeinsamen Abschlussabend bedankte sich die Reisegruppe bei Herrn Laier für diese bereichernden Erfahrungen, die erlebnisreiche Woche und die gute Organisation.

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REISEANGEBOT in Kooperation mit Reisebüro Schnieder

Route: Moskau -St. Petersburg/Gatschina
Teilnehmer: Maximal 20 Personen
Termin: 05.05. – 13.05.2018
Leistungen: LUFTHANSA-Linienflug Gruppe Frankfurt – Moskau (Domodedovo) / St. Petersburg – Frankfurt
Unterkunft/Verpflegung 4 Übernachtungen / Frühstücksbuffet Hotel Ismailovo Delta Premium in Moskau ( 05.05.-09.05.18) 1 Abendessen im Hotel
Transfers mit deutschsprachiger Reiseleitung 05.05. Flughafen – Hotel Ismailovo Delta
09.05. Hotel – Bahnhof
Schnellzug SAPSAN Nr. 758 A (Verfügbarkeit unter Vorbehalt)
Bahnhof St. Petersburg – Hotel Gatschina
13.05. Hotel Gatschina – Flughafen St. Petersburg

Besichtigungsprogramm Moskau inkl.
Dolmetscherbetreuung, Eintrittsgelder, Bustransfers – Stadtrundfahrt mit Neujungfrauenkloster – Roter Platz mit Kaufhaus GUM – Tretjakow Galerie – Metrofahrt – Arbatbummel – Kreml mit Rüstkammer
Grundpreis pro Person im Doppelzimmer:
ab 15 Personen: € 1.210
ab 10 Personen: € 1.225,-
EZ-Zuschlag: € 100,-

Aufenthalt in Gatschina vom 9. bis 13. Mai
Ausflüge nach Peterhof, Puschkin (Bernsteinzimmer) und nach St. Petersburg (ca. 45 km) in Kooperation mit Partnern vor Ort.
4 Übernachtungen im DZ mit Frühstück: Ca. 100 € pro Person
Besuch von Peterhof, Stadtrundfahrt St. Petersburg mit Peter-Paul Festung und Ermitage sowie Puschkin: 80 €

Zusatzkosten: Fahrt zum Flughafen Frankfurt (Bahn/Bus), Beschaffung des Visums (Voraussetzung gültiger Reisepass bis 13.11.2018 !) und Verpflegung.

Herzlich Willkommen in Gatschina

St. Petersburg


Tourismus im Leningrader Gebiet

Dr. Wipperfürth in Ettlingen, 20.09.2017

Vortrag mit Diskussion: Am Mittwoch, 20. September 19 Uhr referiert der Publizist Dr. Christian Wipperfürth, Berlin, im Begegnungszentrum, Klostergasse 1 über das Thema:“„Die USA und Russland – aktuelle Lage und Ausblick in die Zukunft.”
Eintritt frei.

Dr. Christian Wipperfürth

von 2001 bis 2004 hat Christian Wipperfürth als Assistant Professor für Internationale Beziehungen an der Universität St. Petersburg/Russland gearbeitet. Er hat sich insbesondere mit Fragen aktueller russischer Außenpolitik und den deutsch-russischen Beziehungen beschäftigt.Seit 2005 ist er als Publizist tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die aktuelle russische Außenpolitik, die deutsch/europäisch-russischen Energiebeziehungen und die russisch-chinesischen Beziehungen.Dr. Christian Wipperfürth ist seit 2014 Associate Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Dr. Wipperfürth im Begegnungszentrum, Ettlingen

Am Mittwoch, 20. September 2017 um 19 Uhr referiert Dr. Christian Wipperfürth im Ettlinger Begegnungszentrum, (Adresse: Klostergasse 1 , 76275 Ettlingen) im Vortragssaal, 1. OG zum Thema: „Die USA und Russland – aktuelle Lage und Ausblick in die Zukunft.”
Dr. Christian Wipperfürth studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie an der Universität in Bonn. Zwischen 1992 und 1998 arbeitete er für das Europäische Parlament und den Deutschen Bundestag. 2001 promovierte er an der Freien Universität Berlin in Geschichte zur britischen Außenpolitik vor dem ersten Weltkrieg.
Von 2001 bis 2004 arbeitete Christian Wipperfürth als Assistant Professor für Internationale Beziehungen an der Universität St. Petersburg. Er hat sich insbesondere mit Fragen aktueller russischer Außenpolitik und den deutsch-russischen Beziehungen beschäftigt.
Seit 2005 ist er als Publizist tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die aktuelle russische Außenpolitik, die deutsch/europäisch-russischen Energiebeziehungen und die russisch-chinesischen Beziehungen.
Christian Wipperfürth ist seit 2014 Associate Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.
Dr. Wipperfürth ist in der Redaktion der Initiative
“Neue Entspannungspolitik jetzt! – Zivilgesellschaft – Politik – Streitkräfte“

Nach dem Vortrag haben wir die Gelegenheit, Fragen an den Dozenten zu stellen.
Eintritt frei

Bürgerreise nach St. Petersburg/Gatschina, 1.-9. Juli 2017

Baikal, Sibirien, Tundra und Taiga, Dostojewski, Tolstoi und Puschkin, Kreml, Putin und Kosaken, die russische Seele und Wodka – jeder hat wohl seine eigenen Vorstellungen und Vorurteile.
Die Deutsch-Russische Gesellschaft pflegt seit 25 Jahren die Städtepartnerschaft zwischen Ettlingen und Gatschina und hat schon viele persönliche Begegnungen und Projekte ermöglicht.
Vom 01.07. bis 09.07. wurde wieder eine Russlandreise angeboten. 24 Teilnehmer/innen, begleitet vom Vorsitzenden der DRG Gerhard Laier, machten sich auf den Weg. Auf dem Programm standen Ausflüge nach Nowgorod, Peterhof und Puschkin und natürlich mehrere Tage in St. Petersburg mit unzähligen Sehenswürdigkeiten, hier sei die Eremitage, die Peter Paul Festung, die Isaak Kathedrale und eine Bootsfahrt auf den Flüssen und Kanälen erwähnt. Einige nutzten auch die Gelegenheit, eine Ballettaufführung zu besuchen. Nicht minder interessant waren aber auch die Begegnungen mit Einheimischen in Gatschina. Herr Laier hatte einen russischen Abend mit z. Teil deutschsprechenden Russen und Russinnen organisiert, wir hatten die Möglichkeit, eine russische Künstlerin in ihrem Atelier zu besuchen und ein Treffen mit der dortigen Russisch-Deutschen Gesellschaft.
Unsere Gruppe war trotz aller Individualität sehr harmonisch und stimmte darin überein, dass diese Reise nicht nur sehr abwechslungsreich war, sondern auch durchaus mehr als nur das touristische Programm bot. So möchten wir uns bei Herrn Laier für seine große Geduld, Freundlichkeit und Unterstützung ausdrücklich bedanken!
Do swidanja! (Auf Wiedersehen!)
Gabriele Umbach-Kuhnke