Orchester aus Gatschina beim Marktfest in Ettlingen

Zwei glänzende Auftritte des volkstümlichen Orchesters aus unserer Partnerstadt Gatschina beim Marktfest in Ettlingen am 24. und 25. August.

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По Европе с оркестром: из творческого круиза вернулись гатчинские музыканты

Когда в сентябре прошлого года представители немецкого-русско общества пригласили муниципальный оркестр русских народных инструментов г.Гатчины с концертной программой на праздник Маркт Фест в город — побратим Эттлинген, одна только мысль об этом казалась утопией.

Сегодня оркестр уже вернулся домой. Путешествие получилось насыщенное творческой и культурной программой. По дороге в Эттлинген и обратно музыканты останавливались на ночлег и знакомились с удивительным г.Лодзь (Польша), величественной Ригой. По окончании концертных программ, которые с благодарностью и овациями принимали участники праздника, оркестранты познакомились со Страсбургом и Баден-Баденом.

Организаторы Маркт Феста благодарили оркестрантов за выступление, отмечая широту репертуара и профессионализм исполнения. Вся площадь подпевала в такт музыкальным произведениям. Особые овации вызывали солисты Юлия Черняновская, Владимир Майер, Елена Бобылева. Оркестранты и руководители – Заслуженный работник культуры РФ Людмила Патрикееева и дирижер Анастасия Прокопьева вернулись из поездки полные новых творческих идей и планов.

4 Jugendliche aus Gatschina beim internationalen Workcamp des Volksbunds deutscher Kriegsgräberfürsorge

26 Jugendliche aus 11 Nationen, darunter Jana und Luidmilla aus Gatschina, haben beim Internationalen Workcamp des Volksbundes Baden-Württemberg in Karlsruhe Kriegsgräber gepflegt, Vorurteile abgelegt und Freundschaften geschlossen. Bei der Abschlussveranstaltung wurden die Eindrücke der letzten beiden Wochen wiedergegeben und wirkungsvoll vorgetragen. Der Landesvorsitzende Guido Wolf MdL, Minister der Justiz und für Europa, dankte den Teilnehmern und Teamern für ihren Einsatz. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen rief er zu einem friedlichen und geeinten Europa auf, welches die Kriege des 20. Jahrhunderts nicht vergessen darf.

Ammersee Kurier Spezial v. 12.08.2019
Gemeinsam für den Frieden

Polina und Aleksandra aus Gatschina beim Workcamp des Volksbundes in Dießen, Ammersee

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Drei Praktikanten aus Ettlingens russischer Partnerstadt Gatschina wirken im Specht-Kinderstadt-Team mit

Am Anfang hatte ich Angst, nichts zu verstehen“

Ettlingen. Keinen einzigen Schritt kann Valeria (17) gehen, ohne, dass mindestens zwei Kinder lachend um sie herumspringen – auch Adrian (16) wird auf dem Schulhof von einer Umarmung überrascht. Die dritte im Bunde ist Karina (17). Die drei Jugendlichen aus der russischen Partnerstadt Gatschina ab-solvieren ein Praktikum als Betreuer in der „Specht-Kinderstadt“. Zwar ist Adrian zum ersten Mal in Ettlingen, kann aber bereits ein beachtliches Netzwerk vorweisen. Herr Laier, der nicht nur die Deutsch-Russische-Gesellschaft Ettlingen vertritt, sondern bei dem auch Adrian untergekommen ist, lacht: „Ab dem dritten Tag habe ich den Jungen kaum noch gesehen. Andauernd ist er mit Freunden unterwegs!“ Valeria hingegen war letztes Jahr schon einmal da und hat sich einige Freundschaften aufrechterhalten. Über die Deutsche Sprache sagt sie: „Es hat mir in der Schule gefallen und ich mag es, mich hier mit den Kindern zu unterhalten. Die Sprache ist nicht so schwer zu lernen, aber man muss viele Wörter kennen, um zu kommunizieren. “ Karina war vor Reiseantritt noch nicht so unbefangen, sie erzählt: „Am Anfang hatte ich Angst, dass ich nichts verstehe oder, dass das Unterhalten schwer wird. Aber mit mehr Praxis und Zeit, ist es gar nicht so schwer, wie gedacht.“ Die Drei lernen in Gatschina Deutsch als Zweitsprache; der Austausch wurde von ihrer Deutsch¬Lehrerin angestoßen. Allgemein würde einem in Russland von unterschiedlicher Seite der Deutsch- Unterricht angeraten, somit würden sich bessere Perspektiven in Deutschland oder deutschsprachigen Ländern, wie beispielsweise der Schweiz eröffnen. Bevor sich die drei aber ins Berufsleben stürzen, haben sie noch Pläne: Karina möchte an einer Universität in Russland studieren, ebenso Adrian, der Interesse für die Fächer „Deutsch“ und „Englisch“ hegt. Valeria möchte zuvor noch verschiedene Länder bereisen, am Liebsten Italien, China und die USA. Auf die Frage, wenn sie etwas, egal was, aus Deutschland mitnehmen könnten, was das wäre, antwortet Karina augenblicklich: „Käse! Hier gibt es so viele verschiedene Käsearten das finde ich toll! In Russland gibt es sehr wenige und die haben alle den gleichen Geschmack“. Auch Adrian würde Käse, Wurst und Croissants mitnehmen, Valeria hingegen Brezeln und süßen Senf. Neben kulinarischer Köstlichkeit nehmen sie aber natürlich auch die deutsche Mentalität mit, die in ihren Augen wie folgt aussieht. Deutsche sind pünktlich und sparsam, aber stehen auch immer früh auf. 2002 fand das erste Mal ein Austausch zwi­schen Ettlingen und Gatschina statt und im Laufe der Jahre, in denen bisher mehr als 25 Jugendliche nach Deutsch­land kamen, lassen sich durchaus Er­folge erkennen. So weiß Herr Laier zum Beispiel von zwei Schülern, die Infor­matik am KIT studieren und zwei wei­teren Immatrikulationen an einer Schweizer Uni. Valeria würde nächstes Jahr gerne wiederkommen und als Kin­derbetreuerin arbeiten. Karina hinge­gen interessiere sich eher für andere Berufszweige. Das wäre möglich, wenn es noch mehr Angebote von Ettlinger Firmen oder Vereinen gäbe. „Es sollten Aufgaben sein, die praktische Fähigkeiten ver­langen. Aber neben den Praktika legen wir auch Wert darauf, dass die Jugend­lichen bei Familien wohnen und so nicht nur den Käse kennenlernen, son­dern auch die Kultur und somit, zurück in Russland, als Multiplikatoren fun­gieren können.“ Bei Karina, Valeria und Adrian scheint letzteres aufzuge­hen, denn sie sind sich einig: „Den Aus­tausch würden wir auf jeden Fall noch­mal machen! “   Natalie Friedrich, BNN vom 17.08.2019

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Schwimm-WM 2019 in Südkorea, Gold für Swetlana aus Gatschina


Am Sonntag, 14.07. gewann Swetlana Kolesnitschenko [Светлана Константиновна Колесниченко] aus Gatschina die zweite Goldmedaille bei den Schwimm Weltmeisterschaften im Synchronschwimmen mit ihrer Partnerin Swetlana Romaschina. Bereits einen Tag zuvor holte Swetlana Kolesnitschenko Gold im Solo Synchronschwimmen. Seit ihrem ersten Erfolg 2011 bei der Weltmeisterschaft in Shanghai ist es ihre 15. Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft, 2016 siegte sie bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Gruppen Synchronschwimmen.

Svetlana wurde am 20. September 1993 in Gatschina geboren, besuchte die Schule Nr. 8 und wurde in der Sportschule „KIWI“ von Irina Belousova gefördert.

Irina und Vladimir Belousov gründeten die Sportschule „KIWI“ im Jahre 1993 in Gatschina. Die Schule ist inzwischen ein Leistungszentrum im Leningrader Gebiet im Synchron- und Sportschwimmen. Darüber hinaus erhalten Kinder im Zeitraum von 3 Monaten eine Grundausbildung im Schwimmen.

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Mehr als 800 Deutsche und Russen tauschen sich in Düren aus

Städtepartnerkonferenzen finden alle zwei Jahre abwechselnd in Russland und Deutschland statt. Ihr Ziel besteht darin, die Perspektiven für eine intensivere Zusammenarbeit auf regionaler und kommunaler Ebene sowie neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen Nichtregierungsorganisationen und Kommunen auszubauen. Vor zwei Jahren war die russische Stadt Krasnodar der Gastgeber. Dieses Jahr kamen fast 300 aktive Lokalpolitiker und Vertreter der Zivilgesellschaft aus Russland in den Kreis Düren, darunter die Leiterin der Verwaltung des Kreises Gatschina Elena Ljubuschkina, ihre Stellvertreterin Elena Faraonowa und die Deutsch Lehrerin Irina Elagina.

Die Konferenz wurde am Dienstag im Krönungssaal des Aachener Rathauses feierlich eröffnet. Trotz der glühenden Hitze waren am Abend mehr als 700 Gäste versammelt. In seiner Eröffnungsrede vermied der Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Armin Laschet die „wunden Punkte“ in der deutsch-russischen Beziehungen anzusprechen und unterstrich die Gemeinsamkeiten. Der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Russischen Föderation für internationale kulturelle Zusammenarbeit Michail Schwydkoj sah das strahlende Sommerwetter als Omen für die zukünftigen deutsch-russischen Beziehungen. Der Höhepunkt des Abends war die Unterzeichnung eines weiteren Partnerschaftsvertrages zwischen Heilbronn und Noworossijsk. Inzwischen gibt es 112 Partnerschaften zwischen deutschen und russischen Städten.

Am Mittwoch ging die Konferenz mit einer lebhaften und hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion „Quo vadis deutsch-russische Beziehungen?“ weiter. Visafreiheit zwischen den beiden Ländern und die Krimfrage standen dabei im Mittelpunk.  Die bekannte Journalistin Gabriele Krone-Schmalz kritisierte, dass das Thema „Krim“ tabuisiert ist. „Man sollte doch Realitäten zur Kenntnis nehmen und zumindest darüber reden“, sagte sie.

In der anschließenden Pressekonferenz betonte Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren: „Die heutige Debatte hat gezeigt, dass man sich auf hohem Niveau positiv miteinander auseinandersetzen kann. Und wenn hier in Düren, tief im Westen der Republik, viele Hunderte Menschen sich treffen und kreativ unter dem Motto „Quo vadis“ diskutieren, dann kann es kein besseres Zeichen für Freundschaft zwischen Deutschland und Russland und Völkerverständigung geben“.

Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums Mathias Platzeck lobte die Qualität der Tagung und die „Offenheit der Diskussionen“ in der „ohne Scheu“ Meinungen geäußert werden. Dies sei in solchen Foren keine Selbstverständlichkeit. Das man eine solche Veranstaltung dort macht, wo die Niederlande und Belgien fast „im Fußmarsch“ zu erreichen sind, sei ein gutes Zeichen dafür, dass die Zukunft Europas ohne Russland nicht denkbar sei, so Platzeck.

Nächstes Jahr wird sowohl der 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges gefeiert, als auch der 30. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands. Während der Podiumsdiskussion wurde der Gedanke geäußert, den 8.Mai als offiziellen Gedenktag über die Befreiung vom Faschismus in den deutschen Kalender einzuführen. Mathias Platzeck hat diese Idee begrüßt. In einigen ostdeutschen Bundesländern hat man so einen Gedenktag schon eingeführt. Platzeck zitierte den berühmten Satz von Willy Brandt: „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts“. Es sei ganz deutlich zum Ausdruck gekommen, dass die Friedenspolitik und die Abrüstungspolitik Kernthemen der Politik der nächsten Jahre sein sollten. „Was nützen alle zivilgesellschaftlichen Bemühungen auf allen Ebenen, wenn die Möglichkeit nicht mehr da ist im Frieden zu leben“. Er plädierte auch für eine deutliche Erleichterung der Visaregime zwischen Deutschland und Russland.

Anschließend trafen sich über 700 Vertreter von Städten und Gemeinden, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Politik und Wirtschaft in sieben Arbeitsgruppen, um über solche Themen wie energieeffiziente und nachhaltige Stadtentwicklung, digitale Stadt, kommunale Kooperationen, Gesundheit oder Inklusion und Teilhabe zu diskutieren und über die Praxis der kommunalen Zusammenarbeit austauschen.

Anschließend trafen sich über 700 Vertreter von Städten und Gemeinden, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Politik und Wirtschaft in sieben Arbeitsgruppen, um über solche Themen wie energieeffiziente und nachhaltige Stadtentwicklung, digitale Stadt, kommunale Kooperationen, Gesundheit oder Inklusion und Teilhabe zu diskutieren und über die Praxis der kommunalen Zusammenarbeit austauschen.

Link zu weiteren deutschen Presseartikeln

Im vollbesetzten Konferenzzentrum des Kreises Düren hieß Landrat Wolfgang Spelthahn die Gäste aus beiden Ländern zu einer Podiumsdiskussion willkommen. Unter der Überschrift “Quo vadis deutsch-russische Beziehungen?” moderierte Walerij Fadeev, Vorsitzender der Gesellschaftskammer der Russischen Föderation, den gut zweistündigen Gedankenaustausch.

Auf deutscher Seite saßen neben der bekannten Journalistin Gabriele Krone-Schmalz Dirk Wiese MdB als Koordinator für die zwischengesellschaftlich Zusammenarbeit mit Russland sowie Peter Franke, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften. Von russischer Seite waren Michail Schwydkoj, Sonderbeauftragter des Präsidenten der Russischen Föderation für internationale kulturelle Zusammenarbeit, sowie Pawel Sawalny, Vorsitzender der Russisch-Deutschen Parlamentariergruppe der Staatsduma, als Gesprächspartner dabei. Dank der Simultandolmetscher gelang die Verständigung reibungslos.

Ausgehend von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiers Feststellung, dass sich beide Länder stark voneinander entfernt hätten, diskutierte die Runde auch die Rolle der Medien bei der Wahrnehmung des jeweils anderen Landes. Einig waren sich die Gesprächspartner, dass direkte Kontakte zwischen den Menschen grundlegend seien für gute Beziehungen der beiden Länder zueinander. Insbesondere junge Menschen, die die Schrecken von Krieg und Gewalt nicht aus eigener Erfahrung kennen, sollten intensiver in den Austausch einbezogen werden. Miteinander im Gespräch bleiben sei das A und O. Bei der abschließenden Fragerunde setzten die Zuhörer zahlreiche weitere Impulse zum Nachdenken.

“Sie haben mit ihrer perfekten Organisation die Latte so hoch gelegt, höher geht es eigentlich nicht mehr. Alles war picobello, Chapeau!”, sagte Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D. und Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums e.V., als er sich am Donnerstagmittag im Konferenzzentrum des Kreises Düren bei Landrat Wolfgang Spelthahn für die Gastfreundschaft des Kreises während der dreitägigen Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz bedankte. “Die Städtepartnerkonferenz im Kreis Düren ist die bisher größte, lebendigste und inhaltsreichste.” Weil sich das bereits bis nach Berlin herumgesprochen habe, überreichte er Landrat Wolfgang Spelthahn als Initiator der Konferenz einen kleinen Berliner Bären als Dankeschön.

“Obwohl sich die hohen Politik zurzeit schwertut, haben wir bewiesen, dass wir auf kommunaler Ebene Schritt für Schritt vorankommen”, resümierte Landrat Wolfgang Spelthahn am Ende den Stellenwert der XV. Städtepartnerkonferenz des Deutsch-Russischen Forums.

Zuvor hatten Teilnehmer aus den sieben Arbeitsgruppen dem Plenum ihre Arbeitsergebnisse in Kurzform vorgestellt. Dabei ging es inhaltlich um nachhaltige Stadtentwicklung, Digitalisierung, Strategien für die nachhaltige Entwicklung von Kommunen und Regionen, die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Kultur und Sprachförderung, um Inklusion, um Verständigung und Frieden sowie um Medizin und humanitären Zusammenhalt. Da der Jugend die Zukunft gehört, hatte parallel ein Jugendforum stattgefunden. Die Vertreter der vier Arbeitsgruppen erstatteten ebenfalls kurz Bericht.
Angesichts der vielen Impulse aus den Themengruppen sah Matthias Platzeck das Konzept der Volksdiplomatie bestätigt. “Die Bürger setzen ihren Dialog fort, ohne auf die täglichen Schwankungen der hohen Politik zu achten.” Landrat Wolfgang Spelthahn formulierte das so: “Wir sind uns eben einig, dass wir Freunde sein wollen.”

Den musikalischen Schlusspunkt setzte der Jugendchor “Das kleine Geheimnis” aus Mytischi, der Partnerstadt des Kreises Düren.

Fotos: Rudi Böhmer

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Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ – Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext

Nadine Rahner, eben erst von einem längeren Aufenthalt aus Moskau zurückgekehrt, befasst sich in ihrer Doktorarbeit mit den 3 russischen Literaturnobelpreisträgern Pasternak, Scholochow und Solschenizyn und deren Funktion als Kulturvermittler. Sie wird darüber in der Scheune berichten und das internationale Graduierten Kolleg der Universität Freiburg vorstellen.

Mit Pasternak, Scholochow und Solschenizyn wurde drei russischen Schriftstellern der Literaturnobelpreis verliehen, die differenter nicht sein könnten: Pasternak ist der Intelligenzija zuzurechnen, Scholochow gilt als einer ‘der Schriftsteller’ der Sowjetunion und Solschenizyn ist einer der viel rezipierten Dissidenten im Westen. Spätestens mit der Verleihung des Literaturnobelpreises gerieten die Autoren in die globale Wahrnehmung, übernahmen die Funktion als russische Kulturvermittler, dienten als Objekte der Instrumentalisierung im Kalten Krieg und ihre Werke erlangten internationalen Bekanntheitsgrad. Der Transfervorgang einschließlich der Übersetzung, die deutsche Publikationsgeschichte ihrer Werke und die Rezeption der Autoren und ihrer Werke in Deutschland wurden jedoch noch nicht oder nur teilweise aufgearbeitet.

Deshalb macht es sich diese Arbeit zur Aufgabe, zu untersuchen, inwieweit die Autoren mit ihrem Status als Literaturnobelpreisträger die Funktion von Kulturvermittlern einnehmen, welche Vermittlerfiguren und Institutionen hinter dem Transfer ihrer Werke nach Deutschland standen, ob und wie diese vermittelnden Personen und Institutionen die Rezeption lenkten und welche Faktoren zur Rezeption der Werke und ihrer Person im jeweiligen Land führten und diese beeinflussten.
Als theoretische Grundlage für diese Ausführungen dient vor allem die Kulturtransfertheorie. Um die für den Transfer relevanten Vermittlerfiguren und -institutionen herauszustellen, wird mit netzwerktheoretischen Ansätzen gearbeitet. Auf Textebene werden Motive herausgearbeitet, die bei der Untersuchung der Rezeption als Indikatoren dafür dienen sollen, inwieweit sich die rezipierten Motive aufgrund gesellschaftlicher, politischer und historischer Wandlungen veränderten.

Mit dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Universität Freiburg und der Russischen Staatlichen Humanwissenschaftlichen Universität (RGGU) Moskau gemeinsam finanzierten Internationalen Graduiertenkolleg  „Kulturtransfer und ‚kulturelle Identi­tät‘ – Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext“ wurde 2014 zum ersten Mal ein ge­meinsames deutsch-russisches Graduiertenkolleg im Bereich der Geisteswissenschaften eingerichtet.

Vortrag mit Diskussion, Referentin: Nadine Rahner, Doktorandin, Universität Freiburg
Scheune, Pforzheimerstraße 31b, Dienstag, 9. April, 19 Uhr

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Arbeitstreffen in der russischen Botschaft


Am 5. April fand in der Botschaft der Russischen Föderation ein Treffen von Vertretern der Vereine, Partnerstädte sowie Organisationen und Initiativen, die in der deutsch-russischen Zusammenarbeit aktiv sind mit Sergej Netschajew, Botschafter der Russischen Föderation und Mitarbeitern der Russischen Botschaft statt. Nach einer Begrüßung durch Botschafter Netschajew wurde im Wechsel von kurzen Einführungsvorträgen mit anschließenden Fragen und Diskussionen zu verschiedenen Themenblöcken diskutiert. Beim Punkt „Arbeit der deutsch-russischen Vereine und Gesellschaften – aktuelle Schwerpunkte und Probleme sowie künftige Arbeitsschwerpunkte und Perspektiven“ stellten Eva Aras, Partnerschaftsverein Köln-Wolgograd, und Manfred Czychi, Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe-Krasnodar, die Arbeit ihrer Vereine dar. Beim „Blick auf die deutsch-russischen Städtepartnerschaften“ blickte Peter Steger, Partnerschaftsbeauftragter der Stadt Erlangen, auf die langjährige Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Wladimir. Gerhard Laier, Deutsch-Russische Gesellschaft Ettlingen, stellte die Zusammenarbeit mit Gatschina dar. Jens Koopmann, Partnerschaftsbeauftragter der Stadt Osnabrück, präsentierte gemeinsam mit Maria Madenowa, Städtebotschafterin aus Twer, das Austauschprojekt von Städtebotschaftern mit fünf Partnerstädten. Beim Thema „Fragen zum Kulturaustausch und der Präsentation russischer Kultur in den Regionen“ stellten Franz Kiesl, Forum Russische Kultur Gütersloh, die vielfältige Kulturarbeit des Vereins u.a. mit jährlich 12 bis 15 Musikveranstaltungen und Christiane Marx, Deutsch-Russische Gesellschaft Münster/Münsterland, die Russischen Filmtage in NRW sowie die Zusammenarbeit des Wolfgang Borchert Theater Münster mit dem Staatlichen Dramentheater in Münsters Partnerstadt Rjasan vor. Der 1. Botschaftsrat Oleg Ksenofontow, Leiter Referat Kultur und Medien, machte die rund 70 Teilnehmer mit den diesjährigen „Russian Seasons“ mit insgesamt fast 400 Veranstaltungen in ganz Deutschland bekannt. Mit dem Projekt will sich die russische Kultur dem ausländischen Publikum präsentieren. Bei Thema „Sprachförderung Russisch – Probleme und Perspektiven“ legten Willi Lückel, Vorsitzender des Deutschen Russischlehrerverbandes und Oksana Kogan-Pech, Projekt RussoMobil, die zum Teil recht schwierige Situation des Russischen an den deutschen Schulen dar. Russisch steht bei Deutschlands Schülern bei der Sprachwahl an 5. Stelle, derzeit lernen etwa 105.000 Schüler Russisch. Mit Blick auf das „Deutsch-Russisches Jahr des Wissenschaftsaustausches, Probleme Fachaustausch“ stellte Helene Luig-Arlt, Deutsche Freundschaftsgesellschaft West-Ost in Schleswig-Holstein, die Arbeit des BDWO-Arbeitskreises Fachaustausch vor. Botschaftsrat Alexander Rusinow, Leiter des Referates für Bildungs-, Wissenschafts- und Technikfragen, stellte Projekte des gegenwärtigen „deutsch-russische Kreuzjahres“ vor und verwies auf die kürzlich zwischen Deutschland und Russland beschlossene „Roadmap“ der Zusammenarbeit im wissenschaftlichen Bereich für die kommenden zehn Jahre. Besprochen wurden auch „Visafragen“, dabei dankte Helmut Hinrichs, der russischen Seite insbesondere dafür, dass Russland bisher darauf verzichtet habe bei der Visabeantragung Fingerabdrücke zu nehmen wie sie seit September 2017 für ein Schengen-Visum bereits von Kindern ab 12 Jahren genommen werden. Botschaftsrat Konstantin Nefedow, Leiter der Konsularabteilung, verwies darauf, dass im Jahr 2018 360.000 Visa erteilt wurden. Er betonte, dass die russische Seite jederzeit auf der Basis von Gegenseitigkeit zu Visa-Erleichterungen bereit sei.

Mitgliederversammlung und Bürgerreisen 2019

DRG Vorstand, v. r. n. l.: Gabriele Umbach-Kuhnke, Dr. Reinhard Zinburg, Gerhard Laier, Irina Schneider, Roswitha Krahn, Doris Feigenbutz, Gerhard Feigenbutz.

 

Die diesjährige Jahreshauptversammlung fand Anfang Februar im Begegnungszentrum in Ettlingen mit überdurchschnittlicher Beteiligung statt.
Der Vorsitzende Gerhard Laier erinnerte daran, dass die 70 Gründungsmitglieder am 26.Januar 1989 die damals so genannte „Deutsch-Sowjetische Gesellschaft Ettlingen“ aus der Taufe gehoben hätten und nach dem Zerfall der Sowjetunion der Name in: „Deutsch-Russische Gesellschaft Ettlingen“ geändert worden sei, eine weltanschaulich und vor allem auch politisch absolut neutrale und unabhängige Vereinigung. Am 12.Juni 1992 ist dann in Gatschina bei St. Petersburg und am 3.Oktober desselben Jahres in Ettlingen vom damaligen OB Josef Offele und seinem Kollegen Stanislav Bogdanov in Russland der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet worden. 2019 ist also ein Jubiläumsjahr für die DRG. Die Mitgliederversammlung diskutierte die von Prof. Dr. Umbach vorgeschlagenen Satzungsänderungen, die einstimmig mit einer Enthaltung gebilligt wurden. Neu eingeführt wurde das Amt des Beirates und erfreulicherweise konnte Minister a.D. Dr. Erwin Vetter sogleich dafür gewonnen werden. Interessant und spannend waren natürlich die Wahlen, die ebenfalls überraschend einstimmig mit jeweils der Enthaltung der Kandierenden erfolgten, und nachdem der Vorstand einstimmig entlastet und die Kassenprüfung positiv ohne Einschränkung akzeptiert worden war, folgendes Ergebnis hatten: Gerhard Laier, 1.Vorsitzender; Gabriele Umbach-Kuhnke, 2. Vorsitzende; Dr. Reinhard Zinburg, Schatzmeister; Roswitha Krahn, Schriftführerin; Doris Feigenbutz, Irina Schneider und Gerhard Feigenbutz, Beisitzerin/Beisitzer. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Winfried Ecker und weitere Amtsträger wie Renate Froehlich, Iris Heipek-Beetz und Dr. Rüdiger Dierkesmann (1989 damals als erster Vorsitzender gewählt) scheiden aus ihren Ämtern aus, ihnen allen dankte G. Laier herzlich und würdigte ihre Mitarbeit.

2019 sind zwei Bürgerreisen nach Russland geplant: Vom 25.Mai bis 2.Juni nach St. Petersburg und in die Partnerstadt Gatschina, sowie eine ganz besondere Reise vom 20.-28.Juli von Moskau aus über den „Goldenen Ring“ zu den alten historischen Städten Sergijew Possad, Suzdal, Wladimir, Rostow Welikij und Jaroslawl. Interessenten – auch für Mitarbeit im Verein – mögen sich bei der DRG unter 07243 53 65 88 oder E-Mail info@drg-ettlingen.de bitte melden.

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Programm Demokratie Leben, Präsentation der Ergebnisse

Elf Schülerinnen aus Gatschina wa­ren eine Woche mit ihrer Deutsch-Leh­rerin des Uschinskij Gymnasiums im November zu Gegenbesuch in Ettlingen und Umgebung. Die Schüler arbeite­ten länderübergreifend im Projekt­team „Zwangsarbeiter in Ettlingen“ zusammen. Mit Erfolg. Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Le­ben“ stellte zuvor Gerhard Laier von der Deutsch-Russischen-Gesellschaft (DRG) einen erfolgreichen Förderan­trag für das Bundesprogramm „Demo­kratie Leben!“. „In unserer Stadt gab es zwischen 1939 und 1945 rund 3 000 Menschen, die zur Zwangsarbeit in 250 Ettlinger Betrieben gezwungen wur­den“, so DRG-Vorsitzender Laier. Im November nun präsentierte man in der evangelischen Paulusgemeinde die Er­gebnisse -erstellte Flyer und Informationstafeln zum Thema Zwangsarbei­ter in Ettlingen im Dritten Reich – mit allen am Schüleraustausch beteiligten Schüler aus Ettlingen, Karlsbad und Gatschina. Schülerinnen aus Gatschi­na trugen Erinnerungen einer ehemali­gen Zwangsarbeiterin in Ettlingen vor. Andreas Schulz, Fachreferent der Lan­deszentrale für politische Bildung Ba­den-Württemberg, erklärte: „Wir ha­ben vielleicht gerade heute Sichtbar­keit, die eine offizielle Anerkennung und Aufarbeitung in Ettlingen so lange Zeit verhindert hatte, nötig. Neben der kollektiven Erinnerung existierte lan­ge Zeit das Phänomen der kollektiven Verdrängung.“           

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